Landschaft | Eiderstedter Schutzengel

Kirchensanierung: 9,35 Millionen Euro Zuschuss vom Bund

EIDERSTEDT/BREKLUM. „Ich freue mich über die großartige Unterstützung des Bundes und bin den Verantwortlichen sehr dankbar“, so die Reaktion von Propst Jürgen Jessen-Thiesen auf die Nachricht aus dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. Dessen Mitglieder hatten am Donnerstag beschlossen, mit 9,35 Millionen Euro die Sanierung der zum großen Teil über 900 Jahre alten Gotteshäuser zu fördern.

Die Eiderstedter Kirchenlandschaft - direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer gelegen - ist bundesweit einzigartig

Die Eiderstedter Kirchenlandschaft – direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer gelegen – ist einzigartig

Einzigartig in Norddeutschland zeugten die achtzehn Kirchen auf Eiderstedt vom gesellschaftlichen, kulturellen und christlichen Erbe der Landschaft. Jede einzelne der Eiderstedter Kirchen sei für viele Menschen nicht wegzudenken aus ihren lokalen und inhaltlichen Lebensbezügen, betont der Propst. „Jede dieser Kirchen erzählt Lebens- und Glaubensgeschichten. Und wie seit hunderten von Jahren bieten sie auch heute noch Zuflucht, Schutz und Vergewisserung bei Gefahr, vor der Unruhe des Alltags oder in besonderen Lebenssituationen.“

Allerdings käme jetzt ein großes Stück Arbeit auf die dortigen Kirchengemeinden und den Kirchenkreis zu, gab der Propst zu bedenken. Die Berliner Mittel deckten nur die Hälfte der Kosten für die notwendigen Maßnahmen.

Für einen den Beschluss des Haushaltsausschusses hatten sich unter anderem die Bundestagsabgeordneten Matthias Ilgen, und Johannes Kahrs sowie das ehemalige Mitglied des Bundestages Jürgen Koppelin eingesetzt. Gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Landeskonservator Dr. Michael Paarmann, dem Architekten des Kirchenkreises Pieter Martijn Dubbeldam und Propst Jessen-Thiesen hatten sie Ende August die Region an der Westküste bereist und sich ein Bild von den Kirchen gemacht.

Laut Dubbeldam sind besonders Baumaßnahmen im Blick auf die Statik einiger Kirchen notwendig. Hinzu kommen Feuchtigkeitsschäden in den Mauerwerken sowie Schäden vor allem bei den Schieferdächern und Fenstern. Der Kirchenkreisarchitekt freut sich nicht nur aus fachlichen Gründen über die Unterstützung aus Berlin. Auch für ihn sei es wichtig, die Eiderstedter Kirchen als Zeugen von Kultur und Glauben lebendig zu erhalten.