Es geht los! Der Zuwendungsbescheid ist da.

Nun kann es losgehen: Der Zuwendungsbescheid des Bundes über 9,35 Millionen Euro ist der Startschuss für die nun beginnenden Sanierungsmaßnahmen an den historischen Kirchen auf Eiderstedt.  Bereits 2016 hatte der Bund diese Zahlung in Aussicht gestellt, nach intensiver Prüfung ist der Zuwendungsbescheid nun die definitive Zusage. „Wir sind sehr dankbar“, so Jürgen Jessen-Thiesen, Propst des Kirchenkreises Nordfriesland. „Mithilfe des Bundes werden wir nun in der Lage sein, die große Aufgabe zu stemmen.“

DER STERN ALS ZEICHEN DER HOFFNUNG

Zur Feier des Tages schenkte der Kirchenkreis der Kirche Kotzenbüll einen großen Herrnhuter Stern. Die Kotzenbüller Nikolaikirche ist mit am stärksten betroffen. Sie ist so stark vom Einsturz bedroht, dass sie nun für den Besucherverkehr geschlossen werden musste. Auch Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, war gekommen.  „Der Stern ist ein Zeichen der Hoffnung für viele“, so Magaard. „Das Ensemble der Eiderstedter Kirchen ist ein großer Schatz für die Menschen, die hier leben, für die, die Eiderstedt besuchen und für das ganze Land.“ Der Zuwendungsbescheid sei ein Meilenstein für die Sanierung.

VIER JAHRE INTENSIVE VORBEREITUNG

Mehr als 60 Aktenordner hatte die Bauabteilung mit Gutachten und Kostenangeboten seit der Zusage des Bundes für dieses Jahrhundertprojekt angelegt. „Da drin ist jede Schraube verzeichnet, die wir verbauen werden“, so Pieter Dubbeldam, Architekt des Kirchenkreises. Er erklärte, wie es soweit kommen konnte. „Viele Probleme sind von Menschen gemacht“, sagte er. So zum Beispiel in sehr frühen Jahren durch den Anbau eines Turms die ganze Statik ins Wanken geraten. Durch die Trockenlegung der Warften verändere sich die Gründung. Und im vergangenen Jahrhundert habe man oft ungeeignete Baustoffe wie Eisennägel oder Beton für Reparaturarbeiten verwendet und damit den Schaden eher noch vergrößert. „Es geht bei unserem Sanierungsprojekt nicht um Verschönerung“, so der Architekt, „wir haben das Augenmerk ‘nur’ auf Dach und Fach.“

19,5 MILLIONEN EURO: EIN JAHRHUNDERTPROJEKT

Auf der Halbinsel Eiderstedt im Süden Nordfrieslands stehen 18 sehr wertvolle Gotteshäuser, die mehrheitlich älter als 900 Jahre sind, auf relativ engem Raum. Sie bilden ein bundesweit einmaliges Ensemble und prägen die Landschaft so nachhaltig, dass man von der „Kirchenlandschaft Eiderstedt“ spricht. „Die im Antrag näher bezeichneten Maßnahmen zielen auf den denkmalgerechten Erhalt der Eiderstedter Kirchenlandschaft als einem national bedeutenden Kulturdenkmalensemble“, heißt es im Zuwendungsbescheid der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei gut 19,5 Millionen Euro. 500.000 Euro steuert das Land Schleswig-Holstein bei. 350.000 Euro kamen bisher aus Spenden zugunsten der Fundraising-Aktion „Eiderstedter Schutzengel“ zusammen (www. eiderstedter-schutzengel.de). “Wir sind auf weitere Spenden und Zuwendungen angewiesen”, betont Propst Jessen-Thiesen, “denn die verbleibenden Finanzmittel müssen der Kirchenkreis und die Gemeinden aus eigener Kraft stemmen.

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